Artikel im Trierischen Volksfreund vom 16.01.2009

Neues Leben in alter Lederfabrik

Von Ilse Rosenschild
Elf Dienstleister sind derzeit im Gewerbezentrum in der Morbacher Erbachstraße vertreten. Vom kommenden Wochenende an firmiert das Millionen-Projekt unter dem neuen Namen "Erbach-Parc". Die Firmen und Praxen sind in den sanierten Räumlichkeiten der ehemaligen Lederfabrik Biehs untergebracht.

Einige Dienstleister sind schon im "Erbach-Parc" eingezogen. Insgesamt sollen es zwölf werden. TV-Foto: Ilse Rosenschild Einige Dienstleister sind schon im "Erbach-Parc" eingezogen. Insgesamt sollen es zwölf werden. TV-Foto: Ilse Rosenschild

Morbach. Ralf-Christian Kümmel und seine Frau Christiane Decker-Kümmel krempeln offenbar lieber die Ärmel hoch, als Einweihung zu feiern. Wie sonst ist es zu erklären, dass das umtriebige Ehepaar den Gewerbepark in der ehemaligen Lederfabrik Biehs im Erbachpark erst sechs Jahre nach dem Einzug der ersten Firma offiziell eröffnet.

Der erste Mieter war der Profiberater selbst, Franchise-Partner eines großen Finanzdienstleisters, mit seinem eigenen Büro. Er bezog die Räumlichkeiten im April 2003. Aus dem einen Mieter sind inzwischen elf geworden. Am Wochenende erhält das Geschäftszentrum den Namen "Erbach-Parc". Besucher erhalten die Gelegenheit, im "Haus der Gesundheit und der Finanzen", wie die Kümmels den Gewerbepark auch nennen, am kommenden Sonntag, 18. Januar, von 11 bis 17 Uhr das Angebot aller Firmen unter die Lupe zu nehmen. Im Finanzbereich gehören inzwischen ein Steuerberater und eine Rechtsanwaltskanzlei dazu.

Veranstaltungstechniker zieht noch im Frühjahr ein

Unter dem Oberbegriff Gesundheit decken fünf Praxen von Ärzten, Heilpraktikern und anderen Therapeuten eine große Bandbreite ab: von Akupunktur bis zur Alternativmedizin, Logopädie, Physiotherapie, Homöopathie und Sportmedizin. Auch ein Fitness-Studio, eine Ernährungsberatung sowie ein Sportgeschäft gehören dazu.

Dass der Schwerpunkt Gesundheit Sinn macht, davon ist Kümmel überzeugt: "Die Bürger sind bereit, für ihre Gesundheit Geld auszugeben." Geplant wurden die Umbauten vom Architekturbüro Jakobs-Thomas-Fuchs. Bei der Sanierung selbst hat übrigens die Industriekauffrau Christiane Decker-Kümmel die Federführung. Über die Höhe der Investitionen spricht das Ehepaar nicht. Aber die Summe liege im siebenstelligen Bereich. Die vermietete Fläche beläuft sich auf 2500 Quadratmeter. Das Projekt ist allerdings ausbaufähig. Das gesamte Areal beläuft sich auf 20 000 Quadratmeter.

Der neue ”Erbach-Parc“ liegt im Gewerbegebiet ”Auf Hambuch“. Grafik: AWD/TV-Foto: Ilse Rosenschild Der neue ”Erbach-Parc“ liegt im Gewerbegebiet ”Auf Hambuch“. Grafik: AWD/TV-Foto: Ilse Rosenschild

Ein Teil der alten Lederfabrik ist auch derzeit Baustelle. Im Frühjahr 2009 will ein Unternehmen für Veranstaltungstechnik ebenfalls am "Erbach-Parc" seine Zelte aufschlagen. Mit dem Partner denkt Kümmel auch an zusätzliche Veranstaltungen in der Erbachstraße: "Es ist ja schließlich genug Platz da." Extra Lederfabrik Biehs: Die Fabrik wurde um 1960 erbaut. Es handelte sich zunächst um ein kleineres Gebäude, das nach drei Jahren abbrannte. Anschließend wurde ein größeres Fabrikgebäude erstellt, das 1977 ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Nach dem Wiederaufbau waren zeitweilig 50 bis 60 Leute beschäftigt. Sie verarbeiten vorgeger bte Ziegenhäute zu Oberleder für die Schuh-Industrie. 1986 wurde das Unternehmen geschlossen. (HB)

Quelle: Trierischer Volksfreund
http://www.volksfreund.de/totallokal/hunsrueck/aktuell/Heute-in-der-Hunsrueck-Zeitung-Morbach-Wirtschaft-Gewerbepark-Erbach-Parc;art779,1949867

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