Artikel im Trierischen Volksfreund vom 04.11.2009

Leichtathletik: Adrenalin-Kick zu Beginn kostet Kraft

Patrick Heim ist der derzeit beste Marathonläufer im Kreis Bernkastel-Wittlich. Beim New-York-Marathon war der 37-Jährige unter 43 375 Läufern 101. Mann und verfehlte seine Bestzeit nur knapp.

New York. Wie gewohnt untertreibt Patrick Heim: "Die Strecke in New York ist nicht tellerflach", sagt der Ausdauersportler vom Sirona Sports-Club Morbach - eine Verniedlichung für das, was Marathonläufer auf den 42,195 Kilometern durch den "Big Apple" erwartet. Auf 390 Höhenmeter summieren sich laut Herbert Steffny die Anstiege auf dem Weg durch alle fünf New Yorker Stadtbezirke. Der gebürtige Trie rer kennt die Strecke in- und auswendig. 1984 erreichte er als Drittplatzierter das beste Resultat eines Deutschen in der 39-jährigen Geschichte des Rennens.

Patrick Heim vom Sirona-SC Morbach (hier beim Trierer Stadtlauf) war drittbester deutscher Läufer beim New-York-Marathon. Er belegte unter mehr als 40 000 Teilnehmern den 101. Platz bei den Männern. TV-Foto: Holger Teusch Patrick Heim vom Sirona-SC Morbach (hier beim Trierer Stadtlauf) war drittbester deutscher Läufer beim New-York-Marathon.
Er belegte unter mehr als 40 000 Teilnehmern den 101. Platz bei den Männern.
TV-Foto: Holger Teusch

Der New-York-Marathon wird nicht auf einem Rundkurs ausgetragen, sondern führt von Fort Wadsworth auf Staten Island durch Brooklyn, Queens und die Bronx nach Manhattan. Fünf Brücken müssen überquert werden. Der höchste Streckenpunkt ist gleich nach dem Start die Verrazano-Narrows-Hängebrücke mit ihrer Spannweite von drei Kilometern. "Es war ein besonders Highlight für mich, dass ich auf der Verrazano-Brücke ein Stück neben den Profis gelaufen bin - allerdings auf der Parallelfahrbahn. Ich hatte mich in meiner Startgruppe ganz vorne aufgestellt", erzählt Patrick Heim.

Der Adrenalin-Kick gleich nach dem Startschuss kostete aber auch Kraft. "Ich bin es etwas zu schnell angegangen", sagt Patrick Heim selbstkritisch. Die erste Hälfte lief er in 1:15:56 Stunden. Bis zu diesem Zeitpunkt lag er auf Kurs zu einer persönlichen Bestzeit (2:35:12 Stunden).

Nach 35 Kilometern musste der Diplom-Sportlehrer aber das Tempo reduzieren. Kurz vor dem Ziel im Central Park lief es zwar wieder besser, seinen "Hausrekord" verfehlte Patrick Heim in 2:36:29 Stunden aber trotzdem.

Berücksichtigt man den störenden Wind, die Tatsache, dass der Morbacher trotz 43 374 Mitläufern die meiste Zeit allein lief, und den Erfahrungswert, dass Läufer in diesem Bereich in New York bis zu fünf Minuten langsamer laufen als auf flachen Strecken, darf sich Patrick Heim aber rechnerisch über eine Bestzeit freuen.

Ein Erlebnis war der New-York-Marathon für ihn auf jeden Fall: "Die Atmosphäre ist einmalig. Die rund zwei Millionen Zuschauer haben einen ganz schön gepuscht - vor allem am Anfang", sagt der 37-Jährige. New York City sei eine Reise wert - vor allem für Marathonläufer.

Quelle: Trierischer Volksfreund
http://www.volksfreund.de/sport/leichtathletik/Leichtathletik-New-York;art270,2253609

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